Der Seniorenbeirat vertritt die Interessen der älteren Generation, und zwar in Verantwortung für ein gemeinschaftliches Miteinander von Menschen aller Altersgruppen. Ziel ist es die Bedürfnisse von Senioren zu ermitteln, sie zu bündeln und zu wahren in allen Bereichen, mit denen Senioren in Berührung kommen. Der Beirat setzt sich aus Vertretern von (caritativen) Verbänden und aus Einzelpersonen über 60 Jahren zusammen. Die zweijährige Erstbesetzung endete am 31.12.17. Seit 17. Januar 2018 haben wir unsere 2. Amtszeit angetreten. Alle Sitzungen und Beratungen sind öffentlich, Gäste haben nicht nur Rederecht, sondern ihre Beiträge in der Sitzung sind erwünscht. Im folgenden erfahren Sie, welche Personen im Beirat arbeiten und welches zur Zeit unsere Schwerpunkte sind.

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der neue Vorstand seit 17.01.2018          Foto: Eduard Schmitz

 

Auszüge aus einer Rede des Beiratsvorsitzenden Dr. Rainer Hoffmann  am 05.12.2018


Wir sind vom Stadtrat vor 3 Jahren als SENIOREN-Beirat ins Leben gerufen worden wie der Familienbeirat und der Jugendbeirat. Der Familienbeirat hat die Familien, der Jugendbeirat die Jugend! Und wir?  …….. Nicht dass wir etwas gegen Senioren hätten! Ganz im Gegenteil! Nur immer weniger bekennen sich dazu! Sie negieren, was sie sind! Was ist denn das für eine Krankheit? Sie sehen nicht, dass sie älter geworden sind, aber jeder sieht´s! Decartes hat gesagt: Ich denke, also bin ich.  Ja schon, aber alles nur kein Senior. Und zum Beweis wird angeführt: „Ich spiele ja noch kein Golf!“

Zur Auftaktveranstaltung des Mittagstischs im Gymnasium waren viele ältere Herrschaften da, die sagten: das Essen war gut, die Unterhaltung war angenehm, aber ich komm nicht mehr, ich bin ja noch kein Senior. Wie wenn das ein Makel wäre! Nun ist „Senior“ ja nicht so leicht zu definieren wie Jugend oder Familie. Aber wir brauchen uns ja nicht verstecken, wir haben in einer duften Zeit gelebt, wir haben was bewegt.

Wir brauchten keine WORK-LIFE-BALANCE wie die heutige Generation Y. Das klingt ja wie ein Gegensatzpaar. Für uns waren Arbeiten und Leben keine Gegensätze. Wir verbrachten ja einen Großteil unserer Lebenszeit im Beruf. Der Beruf war auch ein Teil der Lebensqualität. Sonst ist es ein Job. Wir haben gegen den Muff aus tausend Jahren demonstriert, und unsere Mädels sind zu unserem Schrecken Seit an Seit mit Alice Schwarzer marschiert. Aber so schlimm ist es nun nicht gekommen.

Wir konnten noch Dinge selbst reparieren. Ja wir machen´s heute noch. Wir können eine Adresse im Adressbuch raussuchen. Da muss man den Deckel aufschlagen. Und dann sind da die Adressen nach dem Alphabet geordnet. Man muss umblättern und nicht wischen. Die Adresse kann man nicht anklicken, man muss sie raus schreiben. Und das Ganze funktioniert ohne Akku! Wir haben unseren Kaffee zuhause getrunken und haben uns nicht in der Straßenbahn aus dem Kaffee-to go-Becher bekleckert.

Die Großprojekte früher sind immer mehr oder weniger zeitgerecht fertig geworden. Na ja, wenn der Berliner Senat sagt, er baut einen Flughafen, dann baut er ihn. Und er muss nicht alle 6 Jahre daran erinnert werden.

1876 wurde das Telefon erfunden, damit wir uns unterhalten können, auch wenn wir in unterschiedlichen Städten wohnen. 2007 hat Steve Jobs das iPhone erfunden, damit wir uns nicht mehr unterhalten, selbst wenn wir am gleichen Tisch sitzen. 10 Jahre haben wir das Ding. Und unsere Kids sind nicht mehr in der Lage, ohne google maps eine Bushaltestelle zu finden.

Gut, dass das bei uns damals nicht so war. Bei uns war es so: (und ich sags jetzt mit den Worten von Bernd Stelter)

" Wenn ich zurückdenk an das Jahr, als ich so 13, 14, 15 war,
das Telefon das war lindgrün, man konnte es nicht wer weiß wohin zieh´n weil es an einem Kabel hing,
Im Internet waren wir nie, wir waren draußen und hatten aufgeschlagene Knie,
wir haben stundenlang gekickt, den Fahrradschlauch noch selbst geflickt, die Kumpels nicht nur angeklickt,
Wir sah´n gern Mork vom Ork, hatten Pinwände aus Kork,
und da hingen Fotos dran, das war unser Instagramm,
wir waren nicht tätowiert, hab´n keine Wände vollgeschmiert,
Und wenn doch, irgendwie, stimmte die Orthographie.
ebay gab es noch nicht, dafür Sperrmüll monatlich,
Amazon war analog und die Quelle katalog. "

Also liebe Leute, wegen dieser schönen Zeit, die wir erlebt haben, brauchen wir uns nicht zu verstecken. Wir können zu unserem Leben stehen, ob wir uns nun Senioren nennen oder Jugend 60+. Und für diese Generation arbeiten wir im Seniorenbeirat sehr gerne. Wir sind eine tolle Mannschaft von 17 Mitgliedern, die sich in den verschiedenen Projekten einsetzen.

Was wir tun, kann man im Internet auf der Homepage nachlesen, das ja doch nun schon die Meisten von uns zuhause nutzen. In die Homepage integriert ist jetzt der Seniorenatlas, in dem viele, wenn nicht alle Adressen aufgeführt sind, die für unsere Altersgruppe wichtig sein können. Diese Liste wird auch weiter aktualisiert.

Das Senioren-Frühstück und das Senioren-Kino gibt es schon drei Jahre, ebenso den Seniorenfasching.  Der Mittagstisch im Bürgerheim und im Kranklenhaus ist erweitert worden, um einen Tag im Gymnasium, und ab Januar kommt noch ein Mittagessen im Gasthof Butz hinzu. Ein Erzählcafe ist aus der Taufe gehoben worden zusammen mit dem evangelischen Frauenbund und hat gleich viel Anklang gefunden. 

Im Entstehen ist die Gründung einer Gruppe, die sich um die Beratung bei ethischen Fragen rund um Schwerkranke meist am Lebensende kümmert. Eine Arbeitsgruppe kümmert sich um die Gesundheitspolitischen Fragen rund um Rothenburg. Wir haben da die Entwicklungen am Krankenhaus und in der ambulanten Medizin im Blick.

In bewährter Weise ist die Smartphone-Schulung in diesem Jahr weiter geführt worden. Wenn Sie also zu Weihnachten ein solches Spielzeug geschenkt bekommen, können Sie sich gleich bei uns zur Schulung anmelden. Wir haben einen Erste-Hilfe-Kurs für Senioren initiiert, der bisher schon 4 x stattgefunden hat und großen Zuspruch erfahren hat. Je besser die Bevölkerung in den Erste-Hilfe-Maßnahmen ausgebildet ist, umso größer ist die Chance von jedem, im Bedarfsfall auf jemand zu treffen, der mit den richtigen Handgriffen die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes überbrücken kann.
 

Das war ein kurzer Überblick über das, was wir dieses Jahr angestellt haben. Ich wünsche Ihnen allen eine schöne Adventszeit und ein Frohes Weihnachtsfest.

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